Elise Freinet Gesamtschule

DGNB Gold für die Élise Freinet Gesamtschule in Düsseldorf

Der Neubau der Élise Freinet Gesamtschule in Düsseldorf wurde mit dem DGNB Gold Zertifikat ausgezeichnet. Die Auszeichnung bestätigt den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit, Funktionalität und architektonische Qualität.

Die vierzügige Gesamtschule mit Dreifachsporthalle und Außenanlagen wurde von uns für die Landeshauptstadt Düsseldorf schlüsselfertig realisiert. Das Projekt umfasst rund 17.489 m² Bruttogrundfläche und wurde im Januar 2025 fertiggestellt.

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Gebäudekonzepts. Zu den zentralen Maßnahmen zählen unter anderem der Anschluss an das Fernwärmenetz, begrünte Dächer sowie Biodiversitätsdächer, eine Photovoltaikanlage auf dem Sporthallendach, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine energieeffiziente LED-Beleuchtung.

Der Schulneubau bietet Platz für rund 950 Schülerinnen und Schüler. Neben den Unterrichtsflächen umfasst das Projekt eine Dreifachsporthalle sowie einen etwa 6.000 m² großen Schulhof.

Die Vergabe der Planungs- und schlüsselfertigen Bauleistungen erfolgte im Rahmen eines Totalunternehmer-Wettbewerbs. Während des Bauprozesses wurde gemeinsam mit dem Bauherrn ein vorzeitiger Nutzungsbeginn für etwa ein Drittel der Gesamtfläche vereinbart. Dadurch konnte der Schulbetrieb bereits zum Schuljahr 2024/25 starten – rund 20 Monate nach Baubeginn.

Architektonisch greift der Entwurf die reformpädagogischen Ideen der Namensgeberin Élise Freinet auf. Offene und transparente Lernlandschaften sowie lichtdurchflutete Atelierbereiche schaffen Raum für kollaboratives und kreatives Lernen.

Zum Leistungsumfang des Totalunternehmers gehörte zudem ein wesentlicher Teil der schulischen Ausstattung, darunter die Möblierung der naturwissenschaftlichen Fachräume, die Bühnentechnik der Aula, Werkräume mit Maschinen und Brennofen, eine Lehrküche, die Mensaküche sowie ein schuleigener Kraftraum im Sportbereich. Foto: Jens Kirchner

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ideenwerke erhalten CSC-Gold. Spitzenleistung in Nachhaltigkeit

Unsere nesseler ideenwerke wurden mit der CSC-Zertifizierung in der Stufe Gold ausgezeichnet und das nur 2,5 Monate nach der Inbetriebnahme. Es ist die international anerkannteste Auszeichnung für nachhaltige Beton- und Betonfertigteilwerke. Damit bestätigen wir unser konsequentes Engagement für umweltfreundliches Bauen, verantwortungsvolle Lieferketten und soziale Verantwortung. Langjährige Erfahrung, hohe Innovationskraft sowie kontinuierliche Qualitäts- und Nachhaltigkeitsarbeit bilden die Grundlage für dieses herausragende Ergebnis.

Die CSC-Zertifizierung des Concrete Sustainability Council bewertet die Nachhaltigkeit von Zement-, Gesteinskörnungs- und Betonproduktionsstätten in den Bereichen Management, Umwelt, Soziales, Ökonomie und Lieferkette. Sie ist international anerkannt und bietet Auftraggebern, Planern und Architekten verlässliche Nachweise für nachhaltige Produktionsstandards. Für uns bietet CSC-Gold konkrete Vorteile: Die Zertifizierung ermöglicht die Teilnahme an entsprechenden Ausschreibungen, unterstützt Gebäudezertifizierungen wie LEED oder DGNB und dokumentiert die konsequente soziale und ökologische Verantwortung unseres Unternehmens.

Die herausragenden Ergebnisse unserer CSC-Zertifizierung mit einem Gesamtergebnis von 81,55 %, 90 % in der Umweltbewertung und 100 % im sozialen Bereich liegen deutlich über dem Branchendurchschnitt und sind das Resultat langfristiger, systematischer Arbeit. Grundlage dieses Erfolgs ist ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement, das alle relevanten Bereiche umfasst: ein etabliertes Arbeits- und Sicherheitsmanagement, ein konsequent nachhaltiger Umgang mit unserer Lieferkette, effiziente Werke mit regenerativen Energieträgern sowie gezielte Investitionen in nachhaltige Fertigungsprozesse. Ergänzt wird dies durch eine transparente Umweltberichterstattung inklusive Ökobilanzierung und die Unterstützung unserer Kunden bei Gebäudezertifizierungen. Die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten, eine bewusste Lieferantenauswahl, transparente Dokumentation und die Nutzung von Erfahrungen aus der Bronze-Zertifizierung 2024 im FTW Aachen ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung und machen nachhaltige Qualität messbar.

Für unsere Auftraggeber und Planer bedeutet CSC-Gold geprüfte Nachhaltigkeit ohne Mehraufwand, eine einfache Integration in Gebäudezertifizierungen sowie Vertrauen und Transparenz bei sozialen und ökologischen Standards. Gleichzeitig verschafft die Zertifizierung Wettbewerbsvorteile bei Ausschreibungen und unterstreicht die klare Orientierung an internationalen Nachhaltigkeitskriterien.

Mit der CSC-Gold-Zertifizierung unterstreicht die nesseler Gruppe ihren konsequenten Nachhaltigkeitsanspruch. Nachhaltige Prozesse, moderne Fertigung und regenerative Energien sind integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns – projektübergreifend und zum nachhaltigen Mehrwert für Kunden und Partner.

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Nachhaltigkeit messbar machen – wir sind Mitglied im IBU

Seit Anfang Dezember sind wir Mitglied im Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU). Für uns ist das ein konsequenter Schritt: Nachhaltiges Bauen entfaltet nur dann Wirkung, wenn es messbar, vergleichbar und nachvollziehbar ist.

Worum es konkret geht
Das IBU betreibt in Deutschland eines der zentralen EPD-Programme. Umweltproduktdeklarationen (EPDs) machen die Umweltwirkungen von Bauprodukten über den gesamten Lebenszyklus transparent. Von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Nutzung bis zum Rückbau. Grundlage sind Product Category Rules (PCR), die verbindlich definieren, welche Inhalte je Produktgruppe offenzulegen sind. So entsteht eine belastbare, standardisierte Datenbasis für Planung, Ausschreibung und Bewertung.

Was das für unsere Projekte bedeutet
Mit der IBU-Mitgliedschaft stärken wir die Grundlage für transparente Materialentscheidungen, belastbare Dokumentation und fundierte Nachhaltigkeitsbewertungen. Gleichzeitig profitieren wir vom fachlichen Austausch im Netzwerk und von klaren Standards, die uns helfen, Nachhaltigkeit noch systematischer in Planung und Ausführung zu verankern.

Die EPD ist ein zentraler Baustein unserer übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategie. In den ideenwerken macht sie unsere Anstrengungen auf Produktebene sichtbar und überprüfbar:

  • die positiven Effekte ökologisch optimierter Betonrezepturen,
  • der konsequente Einsatz moderner, energie- und materialeffizienter Maschinen,
  • sowie eine Wärme- und Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien.

Das IBU ermöglicht die externe Verifizierung dieser Leistungen und somit ein wesentlicher Beitrag zu Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung.

Ausblick
Aktuell befindet sich unsere EPD in der Vorbereitung und Erstellung in Zusammenarbeit mit VDZ Technology gGmbH. Die Veröffentlichung ist für Mitte/Ende 2026 vorgesehen. Es bleibt also spannend.

Unser Anspruch bleibt klar: Wir bauen Ideen. Und wir machen Wirkung sichtbar.

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Starke Expertise: Markus Franczak ist jetzt DGNB-Auditor


Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum DGNB-Auditor erweitert Markus Franczak aus unserer Unternehmensentwicklung unsere Expertise im Bereich Nachhaltigkeit und Zertifizierungen. In diesen Themen steht er uns im Unternehmen nun bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Zusätzlich ist er bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) als Energieeffizienz-Experte für Wohngebäude gelistet und bringt damit viel Fachwissen in unsere Projekte ein.

Herzlichen Glückwunsch lieber Markus! 

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Pressemitteilung: nesseler Gruppe legt Grundstein für neuen Standort in Weisweiler

  • Nördlich des Kraftwerks Weisweiler entstehen ein Fertigteilwerk, Bürogebäude und ein Bauhof mit Platz für bis zu 500 Mitarbeitende
  • Start der Produktion von Fertigteilen für Immobilien und Infrastrukturprojekte voraussichtlich im Herbst 2025
  • Neue Produktionsverfahren zur Reduktion von CO-Emissionen; autarke Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe

Eschweiler, 14. Juni 2024 – Die nesseler Gruppe, ein führender Anbieter von Planungs- und Bauleistungen sowie Betonfertigteilen, hat heute den Grundstein für ihren neuen Standort nördlich des Kraftwerks Weisweiler gelegt. Auf einer Fläche von 120.000 m² entstehen ein neues Fertigteilwerk, ein Bürogebäude und ein Bauhof. Zu den Gästen der Grundsteinlegung zählten unter anderem Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen), Nadine Leonhardt (Bürgermeisterin der Stadt Eschweiler) und Dr. Lars Kulik (Vorstandsmitglied für das Ressort Braunkohle der RWE Power AG).

v.l.n.r.: Karl-Peter Arnolds (Vorsitzender der Geschäftsführung bei nesseler), Nadine Leonhardt (Bürgermeisterin der Stadt Eschweiler), Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Lars Kulik (Vorstandsmitglied für das Ressort Braunkohle der RWE Power AG), Martina Nesseler (Gesellschafterin), Joachim Nesseler (Geschäftsführender Gesellschafter der nesseler holding)

Expansion, Modernisierung und Standortkonsolidierung
Das Gelände an der neu erschlossenen Indeland-Straße gehörte zum ehemaligen Tagebau Inden und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Babor Beauty Cluster und zum Hammer Logistik Campus (beide Am Grachtweg). Die Baugenehmigung wurde im März dieses Jahres erteilt und ermöglicht eine 24-Stunden-Produktion.

nesseler produziert seit 1967 Fertigteile im eigenen Werk in Aachen-Forst, wo sich auch der betriebseigene Bauhof befindet. Aufgrund begrenzter Erweiterungsmöglichkeiten und der Nähe zu einem Wohngebiet suchte nesseler nach einem neuen Standort. Ein Neubau in Aachen schied aus, da entsprechende Flächen nicht zur Verfügung standen.

Derzeit betreibt nesseler in Aachen neben dem Fertigteilwerk und dem Hauptsitz im Indeweg weitere Bürogebäude an der Neuenhofstraße und der Eilendorfer Straße. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, der für Herbst 2025 geplant ist, werden diese Standorte geschlossen und – ergänzt um einige Fachabteilungen aus dem Indeweg – der Umzug nach Weisweiler erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt werden dort auch wesentliche Teile der Fertigteilproduktion sowie die Bewehrungserstellung und eine moderne, nachhaltige Betonteileproduktion starten. Die Fertigteilproduktion der sogenannten Flächenteile bleibt zunächst in Aachen-Forst. Sie wird in einem zweiten Bauabschnitt in einigen Jahren ebenfalls nach Weisweiler umziehen. Für die Ansiedlung in Weisweiler sind bis 2025 rund 200 und in einer späteren Ausbaustufe bis zu 500 Arbeitsplätze vorgesehen.

Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus
Das neue Fertigteilwerk der nesseler Gruppe wird mit modernster Technologie ausgestattet und ermöglicht die Herstellung intelligenter Betonfertigteile, die den Anforderungen des modernen Bauens gerecht werden. „Mit dem neuen Werk setzen wir auch neue Maßstäbe in der Automatisierung und Robotik“, sagt Karl-Peter Arnolds, Vorsitzender der Geschäftsführung bei nesseler. „Wir werden hier insbesondere Betonfertigteile für unsere Produkte n.Brücke, n.Balkon, n.Office und n.Fassade herstellen. Unser neues Werk wird ausschließlich mit regenerativen Energien versorgt und auf den zukünftigen Einsatz von Wasserstoff vorbereitet sein. Wir reduzieren unsere CO₂-Emissionen deutlich, machen unseren neuen Standort zukunftssicher und weitgehend unabhängig von externen Energielieferungen und Preisschwankungen. In unserem neuen Fertigteilwerk und Büro schaffen wir Raum und Arbeitsplätze, wo unsere Mitarbeitenden planen, produzieren und forschen können. Bei der Gebäudehülle unseres neuen Büros – natürlich ein n.Office – kommt erstmals unsere neue Carbonbetonfassade zum Einsatz, bei der die Fenster, der Sonnenschutz und die Elektroverkabelung bereits im Werk integriert werden. Wir werden in Weisweiler ein innovatives und nachhaltiges Bauzentrum schaffen.“

Gemeinsames Wachstum in der Region
„Serielles und modulares Bauen wird immer wichtiger. Wir stellen intelligente Betonfertigteile für unsere Produkte, für dringend benötigte neue Brücken sowie für schlüsselfertige Bauprojekte her. Die Ansiedlung ist unser klares Bekenntnis zur Region. Wir freuen uns, dass wir mit der Stadt Eschweiler und RWE Power zwei starke Partner gefunden haben, die uns bei der Umsetzung dieses wichtigen Expansionsprojektes unterstützen“, so Arnolds.

„Zukunft des Bauens made in Nordrhein-Westfalen. Mit dem neuen Fertigteilwerk setzt die nesseler bau gmbh bei der Betonproduktion auf die neusten Standards bei Automatisierung und Robotik. Die Wahl des Standorts auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus Inden in Weisweiler ist zudem ein gutes Zeichen für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Hier entstehen auch in der Bauwirtschaft nachhaltige Arbeitsplätze“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nadine Leonhardt, Bürgermeisterin der Stadt Eschweiler, zur Ansiedlung: „Eschweiler ist gefragter Standort für Gewerbe und Industrie. Ich freue mich sehr darüber, dass die nesseler Gruppe mit modernster Technik in Eschweiler investiert und hier in Zukunft rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen wird.“

Lars Kulik, Vorstandsmitglied des ehemaligen Grundeigentümers RWE Power: „nesseler ist das dritte große Unternehmen an der Ostseite unseres Kraftwerks Weisweiler. Die unmittelbare Nachbarschaft der Neuansiedler zum Braunkohlenkraftwerk verbildlicht den großen Strukturwandel in unserer Region. Dazu tragen wir unter anderem mit einem gezielten Flächenmanagement bei. Gute Infrastruktur, großes Know-how auf allen Seiten und ein starker Umsetzungswille bei den Beteiligten machen solche Premium-Ansiedlungen möglich, von denen unsere Region langfristig und nachhaltig profitiert.“

Fotos: Andreas Möltgen Fotografie / Hannes Braatz

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Carbonbeton – Baustoff mit Zukunft

Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist aus dem Bauen nicht mehr wegzudenken. Als Unternehmen stellt sich nesseler seiner Verantwortung und beweist – wie schon so oft in seiner über 100jährigen Geschichte – Mut zur Innovation und zukunftsweisenden neuen Geschäftsmodellen. Mit dem für uns herausfordernden Projekt, ein neues Fertigteilwerk und Büro zu bauen, stellen wir nicht nur die Weichen für die Zukunft der nesseler Gruppe, sondern treiben den Fortschritt mit der geplanten Carbon-Sandwichfassade für die neue Firmenzentrale in Weisweiler auch in eigener Sache voran.

Im Rahmen der nesseler-Nachhaltigkeitsstrategie und angestrebten Klimabilanzierung werden alle Projekte künftig unter dem „Cradle to Cradle“-Prinzip betrachtet: Der Fokus liegt auf innovativer und effektiver Fertigung von Betonfertigteilen unter Einsatz von nachhaltiger, energieeffizienter Technik wie z.B. Wasserstoff. Gewährleistet werden soll ein kreislaufgerechter Einsatz von Materialien – mit ressourcenschonenden Produkten, die entweder als biologische Nährstoffe zurückgeführt oder als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich im Kreislauf gehalten werden können. Die Primärprodukte (Carbon und Beton) können nach der Nutzungsphase wieder sortenrein getrennt, die Carbonfasern in anderen Produkten wiederverwendet werden.

Dr. Martin Hiester, Leiter Abteilung Unternehmensentwicklung

Leicht, extrem tragfähig, hochfest – und dabei nachhaltig

Durch den verhältnismäßig neuen Werkstoff Carbonbeton erleben Fassaden aus Beton zurzeit eine Renaissance, so ein Beitrag in der Zeitschrift Bauingenieur. Als Alternative zum konventionellem Stahlbeton eröffnen leistungsfähige, nichtmetallische Bewehrungsmaterialien zahlreiche neue Möglichkeiten durch leichtere, dünnwandige und dauerhafte Bauteile mit architektonisch anspruchsvollen Oberflächen. Neben Carbongelegen zählen dazu textile Materialien auf Basis von Glas- oder Basaltfasern. In Matten-, Stab- oder Faserform haben sie herausragende Vorteile gegenüber der konventionellen Bewehrung. Dr. Martin Hiester, Leiter der Abteilung Unternehmensentwicklung, fasst weitere Vorteile des Hightech-Werkstoffs zusammen: Textilbewehrter Carbonbeton ist leicht, extrem tragfähig, hochfest und korrosionsbeständig, und dabei ressourcenschonend, weil bei der Herstellung der Bauteile weniger Zement- und Beton gebraucht werden. Die Betonüberdeckung für den rostenden Stahl entfällt und die Verwendung von nichtrostender Bewehrung erhöht die Lebensdauer enorm. Schlankere Bauteile bedeuten auch mehr Fläche im Innenraum – nicht ganz unerheblich in Premiumlagen und bei steigenden Grundstückspreisen.

Gewährleistet wird auch ein kreislaufgerechter Einsatz dieser Materialien. Die Primärprodukte (Carbon, Dämmstoffe, Beton, Einbauteile) können nach der Nutzungsphase wieder sortenrein getrennt, die Carbonfasern sowie die Betonbestandteile in anderen Produkten wiederverwendet werden. An der Cradle-to-Cradle-Zertifizierung, die uns dies bescheinigt, arbeiten derzeit ebenfalls Mitarbeiter aus der Unternehmensentwicklung.

Ein weiterer großer Vorteil und Blick in die Zukunft: In Verbindung mit neuen Betonen auf Basis alternativer Bindemittel sowie dem Einsatz von Recyclingbeton können die textilen Bewehrungen bei abnehmender Alkalität ihre Leistung entfalten und damit den CO2-Ausstoß von Bauteilen weiter reduzieren.

Der Haken: Die Bauweise ist für Neubauten bisher wenig etabliert. Seit wenigen Monaten existiert zwar eine erste technische Norm, der Markt für zugelassene Bauweisen und Produkte ist jedoch noch sehr überschaubar, und es fehlt somit an Erfahrungen. „Wir sind aktuell dabei, den Prozess einer Zustimmung im Einzelfall (ZiE) und vorhabenbezogene Bauartgenehmigung (vBG) für die Außenwand und Sandwichfassade zu durchlaufen“, sieht Dr. Hiester einer ersten Zertifizierung für nesseler zuversichtlich entgegen. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens laufen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Massivbau (IMB) der RWTH Aachen experimentelle Untersuchungen zur Ermittlung der Tragfähigkeiten der Einzelkomponenten des Fassadensystems. Prototypen der carbonbewehrten Sandwichfassade wurden bereits im Maßstab 1:1 im Betonfertigteilwerk in Aachen gebaut. Der Nachweis der Brandsicherheit wird durch einen externen Brandschutzgutachter erbracht – die Revolution des Bauwesens nimmt wieder einmal in Aachen Fahrt auf.

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